Traumata können unterschiedliche Ursachen haben. Häufig denken wir dabei an Unfälle oder Gewalt. Aber auch weniger offensichtliche Ereignisse können traumatisierend sein. Insbesondere wenn diese in Momenten stattfinden, in denen wir wenig Schutz haben und deswegen besonders verletzbar sind. In der Kindheit zum Beispiel.

Nicht selten sind Depressionen, Angststörungen oder andere psychische Erkrankungen die Folge traumatischer Lebenserfahrungen. Auch wenn die Ereignisse Jahre oder Jahrzehnte zurückliegen, auch wenn diese fast vergessen waren, können sie doch das heutige Leiden begründen.

Ein Trauma entsteht dann, wenn man einer unerträglichen Situation nicht entfliehen und sich nicht wehren kann, wenn man gezwungen ist, auszuhalten.

Die Lebensbedingungen zum Zeitpunkt der Traumatisierung erleichtern oder erschweren die Verarbeitung und entscheiden darüber, ob Narben in der Seele zurückbleiben. Schlimmer wird es, wenn ich bei der Verarbeitung alleine bleibe, keine Unterstützung erlebe und alles mit mir selbst ausmachen muss, oder wenn die Situationen sich wiederholen und ich daran nichts ändern kann, wenn es viele Jahre dauert, bis ich mich in Sicherheit gebracht habe. Bindungstraumatisierung und Entwicklungstraumatisierung finden meist hinter verschlossenen Türen statt. Niemand bemerkt etwas.

Auch im Erwachsenenalter kann man in solche Situationen hineingeraten - private oder berufliche Beziehungen etwa, die nicht mehr auszuhalten sind und aus denen wir uns doch nicht befreien können. Aufgrund von finanzieller Abhängigkeit oder weil jemand enorme Macht ausübt, gelingt die Trennung vielleicht erst nach langen, traumatischen Jahren.

Traumata können überwunden werden. Wir können vergessen. Doch wenn das Leben wieder schwieriger wird, eng und unerträglich, melden sich mitunter die vergessenen Erlebnisse zurück. Sie tauchen auf als PTBS in plötzlichen Erinnerungen, in Angstträumen, körperlichen Symptomen und Anspannung. Oder als Depression mit Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, geringem Selbstwertgefühl und Schlafstörungen. Oder in Form von Angst, die zu Vermeidung führt und das Leben massiv einschränken kann.